Zwönitzpolal 2018

Burkhardtsdorf - Am 17. März fand wieder der alljährliche Zwönitztalpokal statt, diesmal bereits zum 13. mal. An dieser Stelle ein Dankeschön an das Ausrichter-Dojo Goju-Kai Kemtau e.V. für seine gute Arbeit. Wie auch bereits in den vergangenen Jahren waren die mittelfränkischen Karateka vom Mittelfranken Kader auch wieder dabei um sich mit der nationalen und internationalen Konkurrenz zu messen. Insgesamt waren an dem Turnier 509 Sportler gemeldet, der Großteil stammte natürlich aus Deutschland, aber auch tschechische, polnische, ungarische, italienische und englische Athleten waren dabei.

Aus Kostengründen mussten die Kaderathleten diesmal selbst anreisen und nicht wie üblich gemeinsam mit dem Reisebus. Dies spiegelte sich auch in den Teilnehmerzahlen wieder. Waren sonst um die 40 Athleten aus Mittelfranken mit dem Bus angereist, so waren es diesmal nur 23, hinzu kamen noch ein paar Krankheitsbedingte Ausfälle. „Ohne diese Ausfälle hätten wir sicherlich noch mehr Medaillen abgestaubt.“, so Andreas Weiß, der Sportreferent des Bezirks. Mit dem angereisten Starterfeld, welches sich von Schüler bis Masterklasse erstreckte, erkämpften sich die Mittelfranken 8 Bronze-, 3 Silber- und 6 Goldmedaillen. Hinter Seiwakai Team, Bushido Waltershausen und Shuseikan Karate Gojo Ryu aus Polen belegten sie somit den 4. Platz im Medailenspiegel. „Nur eine Goldmedaille mehr und wir wären auf Platz 3 gelandet. Wenn man bedenkt, dass einige unserer vielversprechenden Sportler wegen Krankheit ausgefallen sind und deshalb auch unser Leistungsklasse Herrenteam nicht antreten konnte, wäre dies sicherlich denkbar gewesen“ kommentiert Weiß die Platzierung der Mittelfranken im Medaillenspiegel.

Trotz schlechten Wetters und stockendem Verkehr gut angekommen gingen auch schon die ersten Athleten bei den Schülern an den Start. Aber nicht nur die Sportler, sondern auch die mit angereisten Trainer und Eltern mussten mit auf die Fläche. „Ich alleine kann unmöglich alle Starter betreuen.“ So Weiß. „Ich bin den mit angereisten Eltern und Trainern sehr dankbar dafür, dass sie mich hier unterstützen und sich auch als Coaches zur Verfügung stellen. Ohne ein solches Engagement könnten wir ein Event wie dieses nicht besuchen.“

Im Kumite der Schülerinnen U12 –36 kg erkämpfte sich Vanessa Schnauder und bei U14 –38 kg Emma Franz jeweils den 3. Platz. Ebenfalls Bronze konnten die beiden Schülerteams der Mädchen und Jungen mit Tiffany Belega und Vanessa Schnauder, so wie Richard Schramm, Jonas Hesch und Marius Braun für sich verbuchen. Das Team der Schülerinnen U14 mit Emma Franz und Charlotte Rühlmann, obwohl nur zu zweit und damit unterbesetzt, konnte sich sogar bis ins Finale vorringen, wo sie dem Team aus Bushido Waltershausen gegenüberstanden, und begehrtes Silber holen. Aber nicht nur im Team standen unsere Schüler im Finale, Luca Batz und Charlotte Rühlmann, beide U14, konnten souverän einen Kampf nach den anderen für sich verbuchen. Luca stand in der Gewichtsklasse –38 kg Dustin Striesche, dem Kämpfer vom Karate-Do Rochlitz, gegenüber. Dank seines ausgefeilten Kampfverhaltens kontrollierte er die Situation bis zum Ende des Kampfes und holte sich damit verdient den 1. Platz. Charlotte stand im Finale der Mädchen +49 kg der polnischen Kämpferin Zuzanna Tylska gegenüber. Zuzanna viel durch ihren aggressiven Kampfstil bereits in den Vorrunden auf. Unbeeindruckt davon bewegte sich Rühlmann leichtfüßig um ihre Gegnerin herum um im richtigen Moment vorzustoßen. Ganz nach dem bekannten Zitat „Float like a Butterfly, Sting Like a Bee“ holte sie sich konsequent einen Punkt nach dem anderen. Am Ende hielt sie das begehrte Gold in ihren Händen.

 

Weiter ging es mit dem Kumite der jugendlichen Kadermitglieder. Nach dem sie in den Vorrunden ausgeschieden sind, konnten Andreas Neubauer bei –57 kg und Dennis Rupprecht bei –63 kg noch jeweils die Trostrunde für sich entscheiden und Bronze für Mittelfranken erkämpfen. Anders Mika Herrmann, der jugendliche Kämpfer –70 kg. Mika zeichnete sich in den vergangenen Wochen durch seinen konsequenten Trainingsfleiß aus und dies wurde nun auch belohnt. Mit schnellen und überraschenden Faustkombinationen gewann er eine Runde nach der anderen, bis er schließlich im Finale Fynn Maliska von der Karate Akademie Göttingen gegenüberstand. Mit seiner Paradetechnik, den überlaufenen Faustschlägen, konnte er seinen Gegner immer wieder überraschen und somit das Finale für sich entscheiden.

 

Ebenfalls sehr erfolgreich waren die mittelfränkischen Jungs bei den Junioren. Im Team gingen Timon Dienlin, Cem Basusta und Darren Fürst auf die Kampffläche. Als erstes trafen sie auf die Mannschaft aus Polen. Nachdem Cem seine Begegnung verlor und Timon Schwierigkeiten hatte in den Kampf zu finden, diesen aber trotzdem für sich verbuchen konnte, musste Darren die entscheidende Begegnung gewinnen. Mit einem guten Auge und schnellen athletischen Kicks gelang ihm das auch. Nun ging es im Finale darum das Team aus der Tschechei vom SSK Karate Karviná zu schlagen. Nachdem Cem und Timon ein Kampfverhalten wie auch in der Vorrunde zeigten musste Darren wieder als dritter im Bunde den entscheidenden Kampf führen. Hier zeigte er wieder einmal mehr was in ihm steckt, mit gut getimten Tritten zum Kopf des tschechischen Kämpfers ging er in Führung und verhalf somit der Mannschaft aus Mittelfranken dazu ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Im Einzel hatte Dienlin immer noch seine Probleme in den Kampf zu finden. Trotz „zu vieler Bedenken“, kommentiert Weiß sein zögerliches Kampfverhalten, gelang es ihm die Vorrunden für sich zu verbuchen und sich bis ins Finale Vorzukämpfen. Nach einer kurzen Unterredung mit dem Sportreferenten des Bezirks Mittelfranken stellte sich Timon im Finale dem Kämpfer aus Tschechien gegenüber. Und er kämpfte wie ausgewechselt. Mit schnellen aufeinanderfolgenden Faustangriffen ließ er seinem Kontrahenten Nikolas Badura keine Chance zum Punkten und ging schnell mit 7:0 in Führung. Ein gut getimter Tritt zum Kopf seines Gegners besiegelte das Ergebnis und Dienlin gewann vorzeitig mit 10:0 Punkten das Finale.

Bei den Erwachsenen kämpften Celine Vollath, Marion Fröhlich und Hossein Mazraeh für Mittelfranken. Celine, die vorher bereits dem Bezirk als Betreuer für die minderjährigen Starter zur Verfügung stand, holte sich in der Allkategorie der Leistungsklasse den 3. Platz. In Ihrer Gewichtsklasse –61 kg konnte sie bei den Damen U21 nur von Michaela Queck vom Bushido Waltershausen im Finale gestoppt werden. Somit holte sie Silber für den Bezirk nach Hause. In der Masterklasse Ü30 gelang es Marion Fröhlich gleich zweimal aufs Podest zu kommen. Beide male kämpfte sie sich bis ins Finale vor. In der Allkategorie musste sie sich allerdings Angie Scherzberg vom Karate Do Hoyerswerda geschlagen geben und verbuchte somit den 2. Platz für sich. Anders in Ihrer Gewichtsklasse –60 kg. Hier konnte sie sich gegen Janine Staer vom Goju-Kai Amtsberg erfolgreich durchsetzen und die Goldmedaille erkämpfen. Zuletzt ging noch Hossein Mazraeh für den Mittelfranken Kader an den Start. Nach einem harten Kampf und einer Niederlage gegen Francesco Marongiu aus Italien konnte er in seiner Gewichtsklasse –84 kg den dritten Platz in der Leistungsklasse erkämpfen.

 

Ein gutes Ergebnis, resümiert Weiß: „fasst jeder der mit hoch gefahren ist hat sich eine Medaille geholt. Und wenn nicht im Einzel, dann zumindest in der Mannschaft.“ Der Großteil der mitgereisten Sportler stammt aus den beiden Vereinen TV Fürth und KC Hersbruck und waren allesamt ausnahmslos Kumite-Athleten. „Ich hätte mir eine höhere Beteiligung auch aus anderen Karate-Vereinen gewünscht, insbesondere an Kata-Startern.“ Der Zwönitztalpokal wurde nun unter der Leitung von Andreas Weiß bereits zum 5. mal besucht und gehört zu einem festen Event des Mittelfranken Kader. „Vielleicht werden im nächsten Jahr mehr Vereine, vor allem in Kata, das Angebot des Mittelfranken Kader annehmen.“. Der Mittelfranken Kader trifft sich fünfmal pro Jahr um mit allen Wettkampfinteressierten des Bezirks gemeinsam zu trainieren. Das Training geht von Schüler bis Masterklasse für Kata und Kumite und ist unterteilt in allgemeine und spezielle Trainingseinheiten, je nach Schwerpunkt der Athleten.

 

Bericht: Andreas Weiß

 

Statistik:

13. Zwönitztalpokal 17. März in Burkhardtsdorf

23 Sportler von Schüler bis Leistungsklasse und 7 Mannschaften für den Bezirk Mittelfranken

61 Vereine mit 509 Athleten am Turnier

Hinter Seiwakai Team, Bushido Waltershausen und Shuseikan Karate Gojo Ryu aus Polen belegt der Mittelfrankenkader mit 8 Bronze-, 3 Silber- und 6 Goldmedaillen den 4. Platz im Medailenspiegel.

 

Platzierungen:

1. Platz

Marion Fröhlich Ü30 – 60 kg

Mika Herrmann Jugend –70 kg

Timon Dienlin Junioren - 68 kg

Luca Batz Schüler –38 kg

Charlotte Rühlmann Schüler +49 kg

Team Junioren mit Timon Dienlin, Darren Fürst und Cem Basusta

 

2. Platz

Celine Vollath U21 –61 kg

Team Schüler mit Franz Emma und Charlotte Rühlmann

Marion Fröhlich Ü30 Allkat

 

 3. Platz

Andreas Neubauer Jugend –57 kg

Dennis Rupprecht Jugend –63 kg

Hossein Mazraeh LK –84 kg

Celine Vollath LK Allkat

Vanessa Schnauder Schüler –36 kg

Franz Emma Schüler –38 kg

Team Schüler mit Tiffany Belega und Vanessa Schnauder

Team Schüler mit Richard Schramm, Jonas Hesch und Marius Braun